Die Studienwoche zum Bauimpuls Rudolf Steiners, des Mannheimer Studienkreises, wurde diesmal zeitgleich mit der
Internationalen Tagung „Architektur der Wandlung" in Dornach durchgeführt. Das Thema: „Das Verhältnis von Innen- und Außenbau in der Organischen Baukunst" sollte angeschlossen werden an die baukünstlerischen
Gegebenheiten des Zweiten Goetheanums.Grundlage der Arbeit bildeten Licht- und Schattenstudien an den Formen des Baukörpers. Aus den verschiedenen Himmelsrichtungen, von fern und nah, wurden die
Außenformen des Goetheanums in den Lichtstimmungen der Tageszeiten gezeichnet und erlebt.
Durch die tägliche Teilnahme an Veranstaltungen der Architekturtagung konnte die Aufmerksamkeit während des
Tagungsgeschehens auf die Innengestaltung des Goetheanum-saales gerichtet werden.
Vorbereitet durch regelmäßige Eurythmieübungen zum Architekturerleben, - durch Gesprächsarbeit am Vortrag vom 23.
Januar 1920 („Das Goetheanum als Repräsentant der anthroposophischen Weltanschauung. Die organischen Formen des Baues ") und durch abendliche Vorträge zu den Themen: „Die Beziehung von Innen- und Außenbau in
Rudolf Steiners Architekturbeispielen" und „Die Gesetze des Organischen und die Erneuerung der Architektur", wurde die Frage- und Aufgabenstellung der Studienwoche vertieft und weiterentwickelt.
Während die „Studienwoche zum Bauimpuls" sich intensiv den Grundvoraussetzungen des organischen Baugedankens Rudolf Steiners zuwendete bot die Tagung „Architektur der Wandlung", mit der
dazugehörigen Ausstellung, einen umfassenden Einblick in das gegenwärtige Geschehen in der Nachfolge des ursprünglichen Bauimpulses. Eine Fülle interessanter und reizvoller Architekturbeispiele aus aller Welt wurde
vorgestellt. Die gebotene Vielfalt war so groß und das Spektrum so gegensätzlich, dass das Bedürfnis nach Verständigung über die Prinzipien des Organischen Bauens im Sinne der Impulse Rudolf Steiners als Wunsch für eine
zukünftige Tagung spürbar wurde.
Obwohl es in der Aussprache nicht zu einem Gespräch zwischen Teilnehmern der „Studienwoche zum Bauimpuls" und den Teilnehmern der Tagung „Architektur der Wandlung,,
kommen konnte, wurde die Begegnung als motivierend und anregend für die weitere Tätigkeit der Studienwoche empfunden.
Den Abschluß der gemeinsamen Arbeit bildete ein Vergleich der Innen- und Außengestaltung
der beiden Goetheanum-Bauten. Der unschätzbare Wert der Architektur, Plastik und Malerei des Ersten Goetheanums als Vorbild für alle Bemühungen um eine zukünftige Entwicklung des Organischen Bauens stand den Teilnehmern
deutlich vor Augen.
Gestärkt von den intensiven Erlebnissen wendete sich der Blick einem nächsten Treffen des „Studienkreises zum Bauimpuls" mit dem Thema „Die soziale und erzieherische Dimension der
Organischen Architektur" vom 29. Juli bis 4. August 2001 in Mannheim zu.
Ulrich Schöne