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Das Organische Bauen als Entwicklungsnotwendigkeit der Gegenwart Studienwoche zum Bauimpuls Rudolf Steiners vom 25.7. bis 3. Juli 2002 Die Arbeit
der Studienwoche war in diesem Jahr geprägt von der Vorbereitung zu einem konkreten Projekt. In Zusammenarbeit mit Vertretern des Vorstandes und Mitgliedern des Baukreises des „Vereins für anthroposophisch erweiterte
Pflege" wurde der Versuch unternommen, an Grundlagen für die organische Gestaltung eines Gesamtprojektes zu arbeiten. Die für Mannheim vorgesehene Einrichtung zur Betreuung von Pflegebedürftigen umfasst acht
Bereiche, die es zu gliedern, zu charakterisieren und zu einer organischen Einheit zusammen zu fügen galt. Um ein gemeinsames Zentrum aus Foyer, Cafeteria, Speiseraum, Künstlerische Therapie, Verwaltung und
ambulante Pflege sollten: der Wohnbereich für stationäre Pflege, die Wohngruppe für Demenzerkrankte, die Bereiche für Tages- und Kurzzeitpflege, eine Hospizeinrichtung mit Kultraum, ein Haus für zu betreuende Kinder und
Jugendliche und ein Siedlungsbereich für Interessenten an betreutem, selbstbestimmten Wohnen eingerichtet werden. Der Ausgangspunkt wurde genommen mit der Suche nach einem alle Bereiche umfassenden
Gesamtmotiv. Offenheit gegenüber geistigen Umkreiswirkungen, allseitige Begegnungs- und Kommunikationsfähigkeit und empfindsam wahrnehmende zugleich beschützend freilassende Aktivität sollte durch die Sprache von Formen
erlebbar werden. Plastische Übungen zu diesen Themen bildeten die Grundlage für die Arbeit am Gesamtmotiv. In einem weiteren Schritt galt es die genannten Bereiche in ihrer Besonderheit zu beschreiben und
zu charakterisieren. Es wurde dadurch die Zuordnung der Bereiche, ihre Lage und Grundrissgestalt, aber auch die Frage der Anordnung und Beschaffenheit der Räume im Einzelnen und im Bezug auf den Gesamtorganismus
entwickelt. In diesem Zusammenhang galt es die Gesichtspunkte: Zentrum und Umkreis, Vorder- und Rückseite, oben und unten, rechts und links im Sinne einer organisch gebildeten Ganzheit auch im Hinblick auf die
Raumesrichtungen zu behandeln. Im Einzelnen wurde die Situation der Lebensgemeinschaft aus Betreuten und Pflegern zum-Maßstab für die zu wünschende Beschaffenheit der Innenräume und ihre künstlerische
Ausgestaltung genommen. Die besondere Aufmerksamkeit galt dem Eingangsbereich des Zentrums der Pflegestätte Neben der plastischen Arbeit an der Dreigliedrigkeit eines Säulen-motives wurde in den künstlerisch praktischen Übungen die besondere
Aufmerksamkeit auf den Eingangsbereich des Zentrums der Pflegestätte gelenkt. Hier wurde versucht, durch die Sprache der Formen dem Herankommenden das Betreten der Einrichtung leicht zu machen und ihn zugleich etwas von
dem besonderen Anliegen, den Eigenschaften und dem Wesen der Einrichtung erleben zu lassen.Verständlicherweise konnte das umfassende Thema der Pflegestätte innerhalb einer Woche nicht vollständig behandelt
werden. So wird die begonnene Arbeit in weiteren Veranstaltungen fortzusetzen sein.
Die Goetheanumbauten waren Inspirationsquelle und VorbilderAn den Abenden fand eine Reihe von Vorträgen statt, die den
Anstoß zu einem lebendigen Gedankenaustausch gaben Eindrucksvoll war ein Besuch im Modellbau in Maisch Wie in
jedem Jahr dienten auch diesmal die Goetheanumbauten als Inspirationsquellen und Vorbilder für die Beschäftigung mit dem Organischen Bauen.An den Abenden gaben eine Reihe von Vorträgen: zum Charakter
und der Bedeutung des Bauimpulses, zum Verhältnis von architektonischem und musikalischen Raum, zur plastischen Voraussetzung des Gesamtkunstwerkes und dem Gestalten aus dem Umkreis, zur Formensprache
des Ersten Goetheanums und zur Konsequenz des veränderten Grundrisses beim Zweiten Goetheanum den Anstoß zu einem lebendigen Gedankenaustausch. In der täglichen Eurythmie wurden Übungen zu den
Planetenformen der Siegel und Kapitale gemacht. Eindrucksvoll war ein Besuch im Modellbau in Maisch, der Gelegenheit zu intensiven musikalischen Studien gab. Der Bezug von Musik und Architektur
wurde an den Nachmittagen besonders gepflegt. Beiträge aus der eigenen Arbeit der Teilnehmer bereicherten auch diesmal die Tagung. Zur gedanklichen Vertiefung und Orientierung diente der von Rudolf Steiner
am 17. Juni 1914 gehaltene „Vortrag zur Einweihung des Künstlerateliers". Für die Fortsetzung der Tagung im kommenden Jahr wurde von den Teilnehmern besonders die Beschäftigung mit dem „Schritt vom
Ersten zum Zweiten Goetheanum" gewünscht. Als Termin wurde der Zeitraum vom 27. Juli bis 2. August 2003 angekündigt.- |